Veranstaltung_WohnenimAlterDie Bundestagsabgeordnete und Direktkandidatin zur Bundestagswahl, Nicole Bracht-Bendt (FDP), lud zu einer Diskussionveranstaltung über das Wohnen im Alter.

Wie wollen wir im Alter wohnen? Diese Frage wurde am 6. September auf einer Podiumsdiskussion mit Experten erörtert, zu der die Bundestagsabgeordnete Nicole Bracht-Bendt regionale Betreiber von Altenheimen, Pflegeeinrichtungen, Wohnungsinvestoren und Seniorenvertreter in das Foyer Empore in Buchholz eingeladen hatte. Dabei wurde deutlich: Wer sich frühzeitig um altersgerechtes Wohnen kümmert, wird später mit längerer Selbstbestimmung belohnt.

Laut Bracht-Bendt, die auch seniorenpolitische Sprecherin ihrer Fraktion im Bundestag ist, werde dieses Thema in Zukunft über alle Parteigrenzen hinweg immer dringlicher  nach Lösungen rufen. In Zeiten des demografischen Wandels leben alle länger – aber auch die fittesten Senioren haben andere Bedürfnisse. Dass bislang erst drei Prozent der Wohnungen barrierefrei sind, zeigt laut Bracht-Bendt, welche Mammutaufgabe hier noch bevorsteht.

Dem stimmte auch der Vorstandsvorsitzende des Kuratoriums Deutsche Altershilfe, Dr. h.c. Jürgen Gohde, zu. Er kennt den Bedarf an altersgerechtem Wohnraum und forderte nichts weniger als ein Konjunkturprogramm, um die Infrastruktur so schnell wie möglich großflächig mit den Lebensstilen der Menschen  in Einklang zu bringen. Denn immerhin zwei Drittel der 70jährigen bevorzugten eigenständiges Wohnen. Das ist laut Gohde nur möglich, wenn auch eine großflächige Investition in technische Hilfsmittel erfolgt. Als Beispiel nannte er die selbstreinigenden Toiletten, die in Japan – anders als in Deutschland – schon Standard seien. Oft allerdings scheitere das eigenständige Wohnen bereits ganz schlicht am Zugang zur eigenen Wohnung.

Der DRK-Kreisvorsitzenden Roger Grewe betonte in diesem Zusammenhang den Wunsch vieler Senioren, im Falle eines unausweichlichen Umzugs nur ein einziges Mal den Wohnort wechseln zu müssen. Danach sollten dann alle Altersphasen, vom aktiven Altern bis zur Rundum-Pflege, an diesem Ort abzudecken sein. Hier sei zunehmend Kreativität gefordert, um den Wünschen der Senioren auch nach alternativen Wohnformen gerecht zu werden. Leider wird laut Grewe vieles davon durch Landesgesetze blockiert – beispielsweise könne das DRK momentan keine ambulanten Hausgemeinschaften betreiben, obwohl der Wunsch danach bestehe. Grewe lud zur Besichtigung des DRK-Hauses in Hanstedt ein, das mit einem angeschlossenen Kindergarten und demnächst einer Krippe eine familiäre Atmosphäre habe.

Neu und anregend war für viele das Projekt „Wohnen und Hilfe“, das Ewgeniv Narodetski vom Allgemeinen Studenten-Ausschuss AStA der Universität Hamburg vorstellte: Ältere Menschen bieten Studierenden gegen praktische Hilfe ein leer stehendes Zimmer in ihrer Wohnung an. Das klappe häufig gut. Das größte Problem seien die Hemmungen vieler Senioren, eine junge unbekannte Person bei sich aufzunehmen. Sind diese Hürden überwunden, sei das Miteinander der Generationen aber für alle Seiten ein Gewinn.

Einig waren sich alle, wie Nicole Bracht-Bendt am Ende zusammenfasste, dass sich die Gesellschaft mit den Wohnformen aller Menschen „Fünfzig plus“ deutlich intensiver befassen muss, als dies bislang geschieht. Oft sei es gerade das Gefühl abhanden gekommener Selbstbestimmung, unter dem Senioren am meisten zu leiden hätten. Deshalb müsse sich die Erkenntnis durchsetzen: Wer sich frühzeitig um eine passende Wohnform kümmert, der kann seinen letzten Lebensabschnitt aktiv selbst gestalten – bevor es später andere tun. Und auf die Selbstbestimmung kommt es letztlich an, so die Direktkandidatin für den Bundestag.

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